Abgabebedingungen bei Vermittlung aus den Pflegestellen unserer Notrattenhilfe

  • nur in artgerechte Haltung mit großem Käfig (Mindestmaße LxBxH 80x50x80cm und mind. 0,5 m2 Grundfläche: z. B. 80x65 cm, 100x50 cm, 90x56 cm; Käfig passend für die gewünschte Rattenzahl entsprechend dem Ergebnis der Berechnung mit CageCalc), tägl. Auslauf, rattengerechter Ernährung und in Rudelhaltung (mind. 3 Ratten; gleichgeschlechtlich oder Weibchen & Kastraten), bei Vergesellschaftungen vernünftige Integrationen
  • Vor der Vermittlung möchten wir auf jeden Fall Fotos des Käfigs sehen, wie er endgültig für den Einzug der Ratten eingerichtet ist (wir können uns nicht auf Zusagen einlassen, dass ein ungeeigneter oder noch nicht ausreichend eingerichteter Käfig "irgendwann demnächst" nachträglich verbessert wird).
  • Unsere Vermittlungsratten - kenntlich an ihrer NRH-Nummer - werden mit unserem Schutzvertrag (Text einsehbar unter Downloads) vermittelt.
    Pflegeratten aus Tierheimen werden i. d. R. mit dem Schutzvertrags des jeweiligen Tierheims vermittelt.
  • Abgabe gegen eine Schutzgebühr, um vor Verfütterung zu schützen und als kleine Aufwandsentschädigung für die Versorgung der Ratten bis zur Vermittlung:
    pro Ratte (Bock oder Weibchen) 9€
    für Kastraten 20€ (man bedenke, eine Kastration kostet uns mind. 60€)
    Bei Ratten, bei denen eine besonders intensive medizinische Versorgung nötig war, ist die Schutzgebühr ggfs. etwas höher.
  • Auf Wunsch können gleich aussehende Ratten (z. B. Albinos, Hawis) zur besseren Unterscheidung, gegen Kostenübernahme durch den zukünftigen Halter, vom Tierarzt im Ohr tätowiert werden (ca. 8-15€).
  • mit Platzkontrolle von uns oder einer Person, die unser Vertrauen genießt und damit beauftragt wurde
  • Wir bitten um Verständnis, dass wir bei Vermittlungen in einen Haushalt mit Kindern unter 6 Jahren genauer hinschauen und nachfragen: wir mussten leider schon mehrfach feststellen, dass Ratten und Kleinkinder nicht immer gutgeht.
  • Wir bringen die Ratten ins neue Zuhause:
    bis zu einer Entfernung von 40 km (einfache Strecke) kostenfrei (wobei wir uns über eine Spritkostenbeteiligung auch in diesem Bereich immer freuen);
    für Entfernungen darüber hinaus berechnen wir pro zusätzlichen Kilometer 0,30€;
    bei Fernvermittlungen (über 50 km einfache Strecke) von Halbwilden/Wilden berechnen wir pro zusätzlichen Kilometer 0,05€
  • Du kannst Ratten aus unseren Pflegestellen (und teilweise auch von Privatpersonen und aus Tierheimen) reservieren lassen, allerdings können wir, im Interesse der Ratten, nicht länger als 14 Tage reservieren; ab einem Alter von 1 3/4 Jahren reservieren wir nur noch max. 5 Tage, weil Senioren jede Chance nutzen können müssen

Die Schutzgebühr unserer Notfallratten kommt 100% wieder weiteren Notfallratten zugute.
Damit werden u. a. folgende Kosten unterstützt:
Herausholen von Ratten aus schlechter Haltung (Spritkosten); in den Pflegestellen: Tierarztkosten (ein allg. Gesundheitscheck ist bei Notfalltieren aus schlechter Haltung unabdingbar und häufig ist auch eine Behandlung notwendig, womit schnell selbst bei Kleinigkeiten 30€ und mehr an Kosten entstehen), Trockenfutter und Frischfutter, Wasserkosten, Toiletteneinstreu, Käfigeinrichtung (Etagen, Näpfe, Trinkflaschen, Häuschen, Kuschelsachen usw. (bei Nagetieren gibt es immer wieder Verluste)), Reinigungskosten (Wasser, Lappen usw. zur Käfigreinigung) ...
Gedeckt sind die Kosten mit der erhobenen Schutzgebühr keinesfalls, wir zahlen immer drauf; von unserem Zeit- und Arbeitsaufwand nicht zu reden.

Das nur zum Verständnis für eine Schutzgebühr, weil wir immer wieder auch auf Menschen treffen, die für diese kleine Aufwandsentschädigung und Unterstützung kein Verständnis haben und meinen, Notfellchen müsste man grundsätzlich umsonst bekommen können. Aber ohne diese kleine, anteilige Kostenumlage auf den neuen Besitzer könnten wir deutlich weniger Ratten helfen, weil wir noch mehr aus eigener Tasche zahlen müssten, als wir es jetzt schon tun.
Billiger bekommt man Ratten sicher anderswo, aber man bekommt dann Tiere, die nicht an Menschen gewöhnt sind, nicht gesundheitlich gecheckt sind (was wir nach besten Wissen und Gewissen machen) und aus schlechten Bedingungen in Massenzuchten stammen.

Die Ratten aus unseren Pflegestellen werden standardmäßig von unseren Tierärzten auf Parasiten untersucht und behandelt. Weitere tierärztliche Behandlungen erfolgen je nach Gesundheitszustand der Ratte(n).

Für die von unseren Pflegestellen aus vermittelten Ratten übernehmen wir die lebenslange Betreuung, und stehen bei allen Fragen des neuen Halters - zur Haltung, Ernährung, Unterbringung, bei Krankheiten, Integrationen oder im Falle, dass eine weitere Haltung der Ratten nicht mehr möglich ist - zur Verfügung.

 

Allgemeine Vermittlungsgrundsätze

  • Aus bestehenden Gruppen keine Einzeltiere herausreißen, sondern mind. 2 Tiere aus Gruppen zusammen abgeben/aufnehmen.
  • 2er- und 3er-Gruppen nicht trennen, sondern dann nur zu zweit/ zu dritt abgeben/aufnehmen, damit keiner alleine übrigbleibt.
  • Einzeltiere nur in ein Zuhause abgeben/aufnehmen, wenn schon mind. 2  Ratten vorhanden sind. Erst 3 Ratten oder mehr sind ein artgerechtes Rudel.
  • Jungtiere nur mit mind. 1 Gleichaltrigen abgeben/aufnehmen, da sie dringend Spielgefährten brauchen.
  • Hinweis: Unter dem Alter von 10-12 Wochen darf keine Integration zu älteren Ratten über 10-12 Wochen erfolgen. (Ratten haben keinen Welpenschutz!)
  • Ohne Information über das neue Zuhause (angemessene Käfiggröße, Geschlecht und Anzahl bereits vorhandener Ratten, Haltungsbedingungen wie Fütterung, mind. 1-2 Stunden Auslauf täglich usw.) keine Vermittlung.

Bitte halte Dich zum Wohle der Ratten an diese Grundsätze, auch wenn leider teilweise, z. B. von manchen Privatpersonen und auch verschiedenen Tierheimen, nicht auf alle diese Punkte geachtet wird.

 

Wenn wir die Vermittlung der Ratten von Privatpersonen unterstützen, erwarten wir auch hier eine Vermittlung in artgerechte Haltung. Soll z. B. ein Käfig mit den Ratten abgegeben werden, der die Mindestmaße unterschreitet, ist es unsere Bedingung, dass die Ratten ohne Käfig vermittelt werden. Andernfalls können wir die Vermittlung nicht unterstützen.

 

Was sollte man grundsätzlich bei der Vermittlung beachten?

Bei der Vermittlung von Ratten sollte man ein paar Punkte berücksichtigen, damit man auch wirklich sicher sein kann, dass die Tiere in gute Hände kommen:

  1. Man sollte sich soweit möglich über den Übernehmer informieren (falls die Vermittlung z. B. über ein Rattenforum zustande kommt und man ihn nicht persönlich kennt), am besten mehrmals mit ihm telefonieren und Bilder vom zukünftigen Zuhause (= Käfig und Auslauf) schicken lassen.
  2. Platzkontrolle: Wenn man jemanden nicht kennt, sollte man sich unbedingt vorher persönlich anschauen, wohin die Ratten kommen, denn nur so kann man sicher sein, dass auch alles stimmt, was man vorher per Telefon, durch Bilder und über sonstige Medien erfahren hat.
  3. Man sollte immer einen Schutzvertrag machen und eine Schutzgebühr (üblicherweise ca. 5-10€, bei Kastraten ca. 10-20€) verlangen, damit die Ratten nicht womöglich als kostenloses Futter für Reptilien enden. (Wenn man sich aus dem Tierheim Ratten holt, können die €-Angaben je nach Tierheim auch höher liegen.)

 

Fernvermittlung 

Wenn sich in der näheren Umgebung keine passenden Notfallratten oder kein passender Rattenhalter finden, ist es nicht unüblich, dass man einen Transport organisiert und auch etwas weiter weg vermittelt oder die passenden Ratten aus weiterer Entfernung holt.
Wir beachten bei Fernvermittlungen auch immer die moralischen Bedingungen: Wir stimmen Fernvermittlungen nur zu, wenn es in der Region des Interessenten keine passenden, in Frage kommenden Ratten in der Vermittlung gibt, um dortige Rattenhilfen, Rattenvermittler bzw. deren Rattenvermittlungen nicht unnötig zu behindern.

Wichtig ist hierbei, das man sich die Hintergründe noch genauer anschaut (Unterbringung, Haltung etc.) und abwägt, ob eine Fernvermittlung wirklich das Mittel der Wahl ist oder man doch noch etwas wartet, ob sich nicht noch die passenden Ratten in der näheren Umgebung finden oder eine Vermittlungsratte in der Nähe unterkommt.

Als Vermittler: Gerade wenn man selbst derjenige ist, der Ratten in einige Entfernung vermittelt, hat man eher wenig Einflussmöglichkeiten: eine Platzkontrolle ist nicht so einfach möglich, weil man nicht mal kurz 100 oder 200 km fahren kann, um sich das neue Zuhause anzuschauen und sollte einem später zu Ohren kommen, dass die Haltung dort doch nicht so artgerecht ist wie zuerst gedacht oder der neue Halter kommt mit der Ratte nicht klar, dann ist es schwierig einzugreifen oder zu helfen.

Am besten ist es, wenn man dort zuverlässige, vertrauenswürdige Leute kennt, die eine Platzkontrolle durchführen und einem bestätigen können, dass vor Ort wirklich alles so ist, wie man es über die Entfernung mit dem zukünftigen Besitzer besprochen hat. Wir helfen da immer gerne weiter, wenn möglich, weil wir einige Kontakte zu weiter entfernten Rattenhaltern haben.

Als Übernehmer von Ratten: Man sollte sich sehr genau informieren, was man sich für Ratten holt und wer der jetzige Besitzer ist. Im Optimalfall sollte man die Ratte selbst oder durch vertrauenswürdige transportbereite Menschen abholen (lassen), damit man nicht am Ende unerwartet mit einem trächtigen Weibchen, dem falschen Geschlecht oder kranken Ratten dasteht (leider ist das alles in Einzelfällen schon vorgekommen).

 

Schutzvertrag und Schutzgebühr

Der Schutzvertrag ist ein Vertrag, den Übergeber und Übernehmer der Ratten beide unterzeichnen. Der Übernehmer erklärt damit u. a., dass er die Ratten artgerecht halten wird, tierärztliche Versorgung gewährleistet, sie nicht einfach weitervermittelt werden und mit den Tieren weder züchten, noch sie verfüttern wird.

Der Übergeber erklärt sich bereit, dem Übernehmer jederzeit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und falls der Übernehmer die Ratten nicht mehr behalten kann, sie im Optimalfall zurückzunehmen bzw. bei der Weitervermittlung zu helfen.

 

Die Schutzgebühr soll verhindern, dass die Ratten als Schlangenfutter enden, weil Schlangenhalter meinen, auf diesem Wege einfach an kostenlose Futtertiere kommen zu können. Ein kleiner Geldbetrag macht so Vermittlungstiere für Schlangenhalter unattraktiv. Außerdem unterstützt sie die Versorgungskosten, die für die Ratten in Tierheimen und Pflegestellen anfallen. Gängig als Schutzgebühr sind 5-10€ pro Ratte, bei Kastraten auch 15-25€.

 

Ein Schutzvertrag und weitere Verträge zum Herunterladen und Ausdrucken finden sich im Downloadbereich.

 

Zusätzliche Informationen